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Stephan Stohl - Räuchern im Keramikgrill

Wie ist die Idee für das Smoke Set entstanden?

Die Idee gab es im Grunde vom ersten Tag an. Der Keramikgrill bringt physikalisch alles mit, was man fürs Räuchern braucht: Er speichert Hitze extrem effizient und gibt sie gleichmäßig wieder ab. Dadurch entsteht eine sehr konstante Temperatur – die Grundlage für gutes Barbecue.
Von Anfang an war klar: Wenn wir diese Eigenschaften nutzen, können wir klassisches American Barbecue perfekt umsetzen, also Heißräuchern. Deshalb haben wir auch die Frontklappe mit Räucherschiene integriert. Darüber lassen sich Pellets direkt in die Glut geben und kontrolliert Rauch erzeugen.
Der nächste Schritt war logisch: Wie schaffen wir es zusätzlich, auch kalt zu räuchern? Also ohne Glut, ohne aktive Hitzequelle – nur mit minimaler Temperaturerhöhung durch glimmendes Räuchermehl. Genau dafür wurde das Smoke Set konsequent weiterentwickelt.

Was macht den Keramikgrill beim Räuchern so besonders?

Der entscheidende Unterschied ist die Keramik. Sie sorgt dafür, dass extrem wenig Energie nachgeführt werden muss, um eine Temperatur zu halten. Weniger Energie bedeutet weniger Luftstrom – und genau das ist der Punkt. In Metallgrills braucht man deutlich mehr Energie. Dadurch steigt der Luftzug, Feuchtigkeit wird schneller abtransportiert und das Grillgut trocknet aus. Im Keramikgrill bleibt die Luftbewegung minimal. Das Ergebnis: deutlich saftigere Produkte.

Sidefact: Industrielle Räucheranlagen aus Metall werden aufwendig isoliert, um genau diesen Effekt nachzubilden.

Was sollten Einsteiger unbedingt beachten?

Der wichtigste Punkt: Zurückhaltung. Weniger Salz, weniger Rauch, niedrigere Temperaturen. Rauch und Salz sind dominante Aromen. Wer zu stark einsteigt, überdeckt sofort den Eigengeschmack des Produkts. Besser ist es, sich schrittweise heranzutasten. Ein praktischer Tipp: Räuchergut immer so aufhängen, sodass sich die Stücke nicht berühren. Nur so entsteht ein gleichmäßiges Aroma rundherum.

Und: Räuchern ist heute in erster Linie Aromatisierung, nicht Haltbarmachung. Deshalb lohnt es sich, den Fokus klar auf Geschmack zu legen – nicht auf maximale Konservierung.

Was ist der Unterschied zwischen Heiß- und Kalträuchern?

Der Unterschied liegt in der Temperatur und damit direkt in der Veränderung des Lebensmittels.
Beim Heißräuchern wird gegart. Eiweiß denaturiert, die Struktur verändert sich, Flüssigkeit tritt aus. Das Ergebnis ist intensiver, kräftiger im Geschmack. Beim Kalträuchern passiert genau das nicht. Temperaturen liegen unter 30 Grad, meist zwischen 10 und 20 Grad. Das Produkt bleibt in seiner Struktur unverändert und nimmt nur das Raucharoma auf. Das Ergebnis ist deutlich feiner und subtiler.

Auch das Material macht den Unterschied: Räuchermehl für Kalträuchern – es glimmt ohne Hitzeentwicklung. Pellets für Heißräuchern – sie liegen auf der Glut und erzeugen konstant Rauch.

Woran erkennt man, dass man auf dem richtigen Weg ist?

Beim Heißräuchern ist das klar: Wenn Fleisch oder Fisch anfangen, Feuchtigkeit zu verlieren oder sich Eiweißperlen bilden, ist die Temperatur zu hoch. Gerade bei Fisch ist das ein Warnsignal. Die Struktur zieht sich zusammen, Saft tritt aus – und das Ergebnis wird trocken. Die Lösung ist simpel: Temperatur runter. Geduld ist hier kein Nice-to-have, sondern entscheidend für Qualität.

Welche Aromen eignen sich für den Einstieg?

Milde Hölzer. Obstholz oder Buche sind ideal. Alles andere – Hickory, Walnuss – ist deutlich intensiver und für den Anfang oft zu dominant. Wer sauber einsteigen will, arbeitet sich von mild zu kräftig vor.

Welches Produkt eignet sich besonders für Anfänger?

Ganz klar: Lachs. Er ist vielseitig, verzeiht viel und liefert schnell Ergebnisse. Durch seinen Fettgehalt nimmt er Rauch sehr gut auf, ohne trocken zu werden.
Man kann ihn kalt räuchern: klassisch nach dem Salzen und Trocknen.
Oder heiß räuchern: mit kurzer Garzeit bei rund 80 Grad. Beides funktioniert schnell und zeigt direkt die Unterschiede der Methoden.

Spielt Zeit beim Räuchern eine Rolle?

Zeit ist die falsche Referenz. Entscheidend ist Temperatur – und beim Heißräuchern die Kerntemperatur. Starttemperatur, Dicke des Produkts, Form – all das beeinflusst die Dauer massiv. Deshalb lohnt sich ein Kerntemperaturfühler deutlich mehr als jede Zeitangabe.

Frage: Gibt es überraschende Lebensmittel fürs Räuchern?

Gemüse wird oft unterschätzt. Besonders spannend: Blumenkohl, Zwiebeln, Knoblauch. Gerade Blumenkohl zeigt, wie schnell Rauch überdosiert werden kann. Er nimmt Aroma extrem stark auf.

Frage: Gibt es einen letzten, oft unterschätzten Tipp?


Ja: die Tropfschale. Beim Heißräuchern treten Fett und Fleischsäfte aus. Wenn sie in die Glut tropfen oder verbrennen, entstehen unerwünschte Bitterstoffe.
Mit einer Tropfschale – idealerweise mit etwas Wasser – verhindert man genau das. Das Ergebnis bleibt sauber im Geschmack und deutlich präziser.

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